Waffenraum bauen

Waffenraum bauen

Einen Waffenraum bauen ist keine Hexerei. Selbst in vorhandenem Bestand können Sie oftmals schnell und einfach einen Waffenraum errichten, in einem Kellerraum, ein ehemaliges Tanklager oder auch ein anderer trockener und ungenutzter Raum geben eine gute Ausgangsbasis für einen Waffenraum.

Vorteile von einem Waffenraum:

  • gesetzeskonforme Aufbewahrung sämtlicher Langwaffen und Kurzwaffen nach dem aktuellen Waffengesetz (WaffR)
  • gesetzeskonforme Aufbewahrung der dazu gehörigen Munition
  • Waffensammlung beliebig erweiterbar
  • die Demontage von z.B. Zieloptiken, wie es in billigen engen Waffenschränken gang und gäbe ist, entfällt
  • auch private Wertgegenstände, Geld, Schmuck etc. können sicher aufbewahrt werden
  • Anerkennung von einem Waffenraum oftmals auch bei Hausratversicherungen möglich
Waffenraum bauen perfekt planen

Wenn Sie einen Waffenraum bauen möchten, steht am Anfang immer erst einmal eine Idee, und möglicherweise wissen Sie schon, welchen Raum Sie dafür umwidmen möchten. Aber eignet sich der gewählte Raum überhaupt dafür?

Was versteht man eigentlich unter einem Waffenraum?

Ein Waffenraum, oftmals auch Waffenkammer genannt, ist ein Raum, der abgeschlossen werden kann und in dem Waffen unter Einhaltung der vorgegebenen Sicherheitsbedingungen gelagert werden können, wobei sich die Pflicht zur Aufbewahrung in gesicherten Tresoren oder Räumen aus § 36 WaffG Waffengesetz (WaffG) ,Aufbewahrung von Waffen oder Munition, ergibt. Gleichwertig gesicherte Räumlichkeiten sind insofern entsprechenden Waffenschränken gleichgestellt. Hier sagt die „Allgemeine Verordnung zum Waffengesetz“, dass sie „dem Stand der Technik“ zu entsprechen haben. Sollten Sie auf diesem Gebiet Laie sein, sollten sich an die für Sie zuständige Behörde wenden, um Ihr individuelles Konzept zur Aufbewahrung zu besprechen.

Der Waffenraum wird mit einer speziellen Wertraumtüre bzw. Waffenraumtüre gesichert. Das Waffengesetz verlangt hier eine Zertifizierung nach EN 1143-1. Für einen privaten Waffenraum ist die Klasse 1 ausreichend.

Wie plane ich einen Waffenraum richtig?

Einige Bundesländer haben hierzu Merkblätter herausgegeben. Diese beziehen sich vielfach auf eine Dissertation des Bayerischen Innenministeriums, so dass diese als erste Handhabe verwendet werden kann. Fragen Sie bei Ihrer lokalen Waffenbehörde, ob derartige Merkblätter vorhanden sind.

Generelle Überlegungen, bspw. bei Neubau:

  • Errichten Sie ein neues Gebäude, planen Sie frühzeitig Ihren Wertraum oder Waffenraum und stimmen Sie mit Ihrem Architekten die dafür erforderlichen baulichen Notwendigkeiten ab.
  • Planen Sie eine gute Beleuchtung
  • Planen Sie möglichst eine Heizung
  • Planen Sie Telefon bzw. Kommunikation nach außen
  • Planen Sie eine gute Belüftung, da derartige Räume keine Fenster haben dürfen (Fensteröffnungen im Altbestand sind regelmäßig zu verschließen). Lüftung nach Bedarf und den räumlichen Begebenheiten. Falls elektronisch gesteuert: sollte die relative Luftfeuchtigkeit im Waffenraum ansteigen, kann damit die Belüftung abgestellt und auf eine Luftumwälzung und Luftentfeuchtung umswitcht werden.
  • Ausführung Belüftungseinrichtungen: Zwecks Raumbelüftung können Belüftungskanäle eingebaut werden. Diese müssen mehrfach gewinkelt sein und dürfen einen max. Ø 12 cm Durchmesser haben.
  • Empfohlen wird Wasserstandswarner, Thermometer und Hygrometer
  • Aufbewahrung für Werkzeug, mit dem man sich im Falle eines EInschließens wieder aus dem Raum befreien kann.

Technischer Aufbau von einem Waffenraum:

Welche Wandstärke und Beschaffenheit sollten die Wände des Waffenraums haben?

  • Oftmals wird hier ein Mauerwerk (z.B. DIN 1053-1 o.ä.) in einer Mauerstärke von mind. 240 mm gefordert. Ist im Altbestand das Mauerwerk zu gering, kann bspw. eine Vormauerung in obiger Güte, womit dann das geforderte Mindestmaß erreicht wird, Abhilfe bringen. Aus einem vorliegenden Merkblatt des Landes Baden-Württemberg geht hervor: Mauerwerk: Waffenräume in dauerhaft bewohnten Gebäuden im privaten Bereich Mauerwerk nach DIN EN 1996/NA, Mörtelgruppemind. NM II/DM Nenndicke mm min Druckfestigkeitsklasse der Steine Klasse 0 ≥ 240 ≥ 12, Klasse 1 ≥ 240 ≥ 12
  • Alternativ kann eine Stahlbetonwand (EN206-1 / DIN 1045-2 o.ä.) mit Nenndicke von 140 -170 mm gefordert sein. Aus einem vorliegenden Merkblatt des Landes Baden-Württemberg geht hervor: Wand aus Stahlbeton: Waffenräume in dauerhaft bewohnten Gebäuden im privaten Bereich Mauerwerk nach DIN EN 1996/NA, Mörtelgruppemind. NM II/DM , Nenndicke mm min Festigkeitsklasse 0 ≥ 140 C 16/20 bzw. Klasse 1 ≥ 140 C 16/20
  • Ganz wichtig: Sprechen Sie vorab mit der genehmigenden lokalen Waffenbehörde im Rahmen Ihrer Einzelfallprüfung.

Die Sicherheit des Waffenraums ist folglich in erster Linie abhängig von von der umgebenden Wand und Decke. Für den Waffenraum sind ausschließlich Waffenraumtüren, geprüft und zertifiziert nach EN 1143-1 zulässig. Als Widerstandsgrad ist hier die Klasse 1 erste Wahl, da sie keinen waffenrechtlichen Einschränkungen wie Begrenzung der Kurzwaffenzahl unterworfen ist. Türen in Klasse 0 sind auch kaum am Markt, da diese in derartigen Fällen nur eine Abklassifizierung einer Tür in Klasse 1 darstellt und damit mit fast keinem Preisvorteil verknüpft ist.

Es empfiehlt sich, ein Zahlenkombinationsschloss zu verwenden, um damit das Problem der sicheren Schlüsselverwahrung zu vermeiden. Als Waffenbesitzer müssen Sie Ihre Waffen jederzeit vor dem Zugriff Unbefugter schützen. Ein elektronisches Zahlenschloß bietet zudem den Vorteil , dass dies auch mit einer Bedienmöglichkeit von der Raumseite ausgerüstet werden kann.

Die richtige Größe der Waffenraumtüre wählen:

Gerne wird eine Standardtür mit 2000 mm Höhe x 1000 mm Breite und 240 mm Zargentiefe gewählt. Hier haben Sie in der Regel eine Durchgangshöhe von ca. 1880 mm und eine Durchgangsbreite von ca. 88 cm. Die Zarge ist als Blockzarge ausgeführt und verengt das Wanddurchgangsmaß.

In Neubausituationen lässt sich damit als Standard leben, in Bestandsimmobilienhilft Ihnen eine solche Tür nur in den allerwenigsten Fällen. So führen Veränderungen an Sturz und Wänden, um diese auf eine solche Standardtür anzupassen, regelmäßig zu einer Neubewertung der statischen Erfordernisse, was in vielen anderen Empfehlungen überhaupt nicht bedacht wird. Daher gehen wir bei Bestandsimmobilien einen völlig anderen Weg:

Wir bauen für solche Waffenräume die Türen exakt (und nicht nur in irgend welchen Rastern!) auf Maß. Insofern gibt es für uns keine Sondermaße, sondern nur ein Maß: passt!

Ein weiterer entscheidender Vorteil ist, dass wir diese Waffenraumtür sogar zertifikatskonform sowohl in der Laibung, auf der äußeren Waffenraumwand oder auf der inneren Waffenraumwand montieren können. Scharnier links, Scharnier rechts, Türöffnung in den Gang, Türöffnung in den Raum - kein Problem für uns:

Waffenraumtür Montage gangseitig

Montage auf der GANGSEITE

Waffenraumtür Montage raumseitig

Montage von der RAUMSEITE

Waffenraumtür Montage in Laibung

Montage in der LAIBUNG

Zur Höhe: Heutzutage sind viele Menschen groß gewachsen. Ohne Aufpreis können wir die Türrahmen im Rahmen der Zertifizierung sogar bis auf 2250mm Strecken. Damit erreichen wir selbst Durchgangshöhe weit über 2 Meter. Gut geplant ist eben besser, wie sich ein Leben lang den Kopf anzuschlagen.

Zur Breite: Falls Sie in Ihren Waffenraum mit einer Europalette einfahren möchten, bedenken Sie hier bitte die Grundabmessungen einer Europalette von 800 x 1200 mm. Da wir auf Maß bauen, bis zu einem Türdurchgangsmaß von 1210mm in der Breite müssen wir also die Türe weder strecken bzw. verbreitern, sondern bauen sie innerhalb dieser Möglichkeiten, weil das kein "Sonder" für uns ist.

Zur Tiefe: Die Zargentiefe bei Blockzargen ist 240 mm. Die Verankerungsbohrungen für die Befestigung der Türe mit Einschlaganker sitzen meist mittig in der Zarge und somit bei ca. 120 mm. Unsere Rahmen haben ein schmales Maß von 100mm, selbst wenn Sie sie jetzt in die Laibung einer schlanken Betonwand einsetzen möchten - kein Problem. Zusätzlich können wir weitere Verankerungslaschen am Türrahmen anbringen, um auch bei schwierigen Verankerungssituationen ausreichende Festigkeit zu bewirken.

Türschwelle: Bedenken Sie bei der Planung, daß die Türen unten eine Schwelle von 50 mm haben. Diese können Sie ein wenig in den Boden einlassen, um dann ohne Stolperfalle in den Raum hinein gehen zu können. Viele Kunden nutzen die Schwelle aber auch als Wasserschutz. Bei fertigem Bodenaufbau können wir die Schwelle auch auf ein Mindestmaß von 10mm reduzieren.Beachten Sie einen gewissen Bodenabstand, damit sich die Tür bei einem Kieselstein nicht festläuft.

Türzarge: Bei uns sind sechs Verankerungspunkte zertifikatkonform ausreichend, die Verankerungen sind auch für Laien schnell gesetzt. Verwendet werden muss stets Verankerungsmaterial, was den besten Halt in der umliegenden Wand erzeugt, hierfür eignen sich ggf. normale Nylondübel, durchgängige Gewindestangen, chemische Verankerungen oder Schwerlastanker.

Die Waffenraumtüre wird nach bestimmten Vorgaben gefertigt und besitzt ein Zertifikat nach EN 1143-1. Hierzu ist auf der Innenseite der Türe eine Prüfplakette angebracht. Wir liefern im Gegensatz zu anderen Anbietern zusätzlich dazu eine Konformitätserklärung zur Vorlage bei Ihrer Waffenbehörde oder Versicherung. Einige Tips zum Einbau der Tür finden Sie hier. Für die Türe gibt es dann eine Empfehlung für die Versicherbarkeit nach der jeweiligen Sicherheitsstufe. Da es sich um eine Empfehlung handelt, kann hier jede Versicherung unterschiedliche Anforderungen stellen, die sich nach den örtlichen Situationen bemessen. Eine Empfehlung hat insofern keinen bindenden Charakter. An dieser Stelle kann dann jede Versicherung eigene Anforderungen an weitergehende Absicherung des Waffenraums stellen.

Waffenkammertür versandbereit

Sie bauen Ihren Waffenraum - wir bauen Ihre Waffenraumtüre kostengünstig auf Maß, mit einer Produktionszeit von ca. 3-4 Wochen im Werk.

Da unsere Türen leicht sind, ist die Handhabung einfach.

Unsere Waffenkammertüre erreicht Sie liegend in einer Holzverschalung, wir liefern frei Bordsteinkante.